90er-Outfit mit normaler Kleidung: 5 Tricks ohne Kostüm

90er-Look mit normaler Kleidung: Slipdress über einem T-Shirt, Oversize-Flanellhemd, weite helle Jeans, Minimalismus in Schwarz-Weiß, Combat Boots. Dazu drei Looks.

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Für einen 90er-Look mit normaler Kleidung stellst du fünf Dinge nach: ein Slipdress oder einen Slip-Rock mit einem schlichten T-Shirt, ein Oversize-Flanellhemd oder Karohemd, eine weite Jeans in heller bis mittlerer Waschung, reduzierten Minimalismus in Schwarz, Weiß und Grau sowie Combat Boots oder klobige Sneaker. Trag zwei oder drei davon, lass alles andere schlicht, und das Outfit sagt „90er“, ohne dass du irgendetwas neu kaufen musst.

Das ist schon der ganze Trick. Unten findest du, wo sich jedes Signal in deinem Kleiderschrank versteckt, was du statt Kostümteilen nimmst und drei komplette Looks (einer davon aus der Herrenmode). Der Beitrag gehört zu unserer Serie darüber, wie du jedes Jahrzehnt mit deinem eigenen Kleiderschrank nachstellst. Wenn du vom 80er-Beitrag kommst, gibt es gute Nachrichten: Dieses Jahrzehnt ist einfacher. Die 90er wollten vor allem, dass du so aussiehst, als hättest du dir keine Mühe gegeben.

Vorschau einer virtuellen Anprobe: Eine Frau in einem verwaschenen Bandshirt, mit breitem schwarzem Gürtel, einem braun karierten Faltenminirock, klobigen schwarzen Sneakern und einem schwarzen Rucksack vor einer Backsteinwand

Die fünf 90er-Signale, die du nachstellen kannst

In den 90ern wurde alles lockerer. Kleidung hängt lose am Körper, statt ihn zu formen, die Farben beruhigen sich, und das Ganze wirkt mit Absicht ein bisschen unperfekt. Eigentlich liefen zwei 90er nebeneinander: Grunge (Flanell, Denim, Boots) und Minimalismus (Slipdresses, Schwarz, klare Linien). Die Signale unten stammen aus beiden Lagern und lassen sich gut mischen.

1. Ein Slipdress oder Slip-Rock, kombiniert mit einem T-Shirt

Nichts auf dieser Liste sagt so laut „90er“ wie das hier. Dünne Träger, seidiger Stoff und etwas ganz Normales dazu, damit es nach Outfit aussieht und nicht nach Nachthemd.

  • Ein Slipdress über einem figurnahen weißen oder grauen T-Shirt. Das T-Shirt kommt unter die Träger. Genau darum geht’s.
  • Ein Slip-Rock oder irgendein seidiger Midirock, dazu ein schlichtes T-Shirt oder eine kleine Strickjacke.
  • Ein seidiges Top mit Spaghettiträgern zur Jeans, wenn du das Kleid lieber weglässt.

Kein Slipdress im Haus? Ein Sommerkleid mit dünnen Trägern über einem figurnahen T-Shirt tut es genauso.

2. Ein Oversize-Flanellhemd oder Karohemd

Grunge in einem einzigen Kleidungsstück. Das funktioniert nur, wenn es dir zu groß ist und du es über etwas anderem trägst. Nie zugeknöpft und in die Hose gesteckt.

  • Offen, über einem schlichten oder verwaschenen T-Shirt.
  • An den Ärmeln um die Taille geknotet, über Jeans oder Slipdress.
  • Jedes karierte Hemd zählt, ob Flanell oder nicht. Wenn deins richtig passt, leih dir eins, das ein, zwei Nummern größer ist.

Du hast ein Thermo-Longsleeve? Zieh es unter das T-Shirt. 1993 hat niemand eine Lage getragen, wenn drei zur Auswahl standen.

3. Weite oder gerade Jeans in heller bis mittlerer Waschung

90er-Jeans saßen locker. Ein gerades oder weites Bein, eine helle oder mittlere Waschung und ein Saum, der sich auf dem Schuh staucht oder einmal umgeschlagen wird.

  • Deine weiteste Jeans. Mom-Jeans, Dad-Jeans und Boyfriend-Jeans zählen alle.
  • Risse am Knie sind okay, wenn sie schon da sind. Schneid für eine Party keine neuen hinein.

Skinny-Jeans sind das einzige Paar, das nicht funktioniert. Und lass den Peg-Roll am Saum weg. Ein am Knöchel verengter Saum sieht eher nach 80ern aus als nach 90ern.

4. Reduzierter Minimalismus

Die leise Hälfte des Jahrzehnts: Schwarz, Weiß, Grau und ein Neutralton wie Camel oder Marineblau. Klare Linien, keine Muster, keine Logos.

  • Ein schwarzes Tanktop oder ein figurnahes schwarzes T-Shirt zu einer geraden schwarzen Hose.
  • Nur kleine Accessoires: eine dünne Silberkette, kleine Creolen, ein schmaler Gürtel und die schmalste Sonnenbrille, die du besitzt. Winzige ovale oder rechteckige Fassungen sind vielleicht das Typischste aus den 90ern, was du dir ins Gesicht setzen kannst.

Aber Vorsicht: Minimalismus allein sieht schnell aus wie ein ganz normaler Dienstag. Kombinier ihn mit einem weiteren Signal (dem Slipdress, den Boots, der weiten Jeans), damit die Leute die Anspielung verstehen.

5. Combat Boots oder klobige Sneaker

Die Schuhe entscheiden, in welche Richtung das Outfit kippt. Dasselbe Slipdress sagt mit zarten Absatzschuhen „Hochzeitsgast“ und mit schwarzen Boots „1995 pur“.

  • Schwarze Schnürstiefel, je eingelaufener, desto besser.
  • Klobige Sneaker mit dicker Sohle in Weiß, Grau oder Schwarz.
  • Canvas-High-Tops mit locker gebundenen Schnürsenkeln, für die Grunge-Variante.

Schmale, elegante Stiefel mit Absatz zählen nicht. Hier gilt: lieber klobig als hübsch.

Aus dem Kleiderschrank statt aus dem Kostümladen

Links steht, was dir die Kostümabteilung verkaufen würde, rechts, was du stattdessen aus deinem Kleiderschrank holst.

Statt zu kaufenNimm aus deinem Kleiderschrank
Ein Slipdress aus SatinIrgendein Kleid mit dünnen Trägern, über einem figurnahen weißen T-Shirt
Einen Slip-RockIrgendeinen seidigen Midirock oder einen schlichten schwarzen
Ein Vintage-FlanellhemdIrgendein kariertes Hemd eine Nummer größer, offen getragen
Eine weite Vintage-JeansDeine weiteste Jeans, Saum gestaucht oder einmal umgeschlagen
Ein Vintage-BandshirtIrgendein verwaschenes T-Shirt, schlicht oder mit Print
Combat Boots mit PlateausohleIrgendwelche schwarzen Schnürstiefel oder deine Sneaker mit der dicksten Sohle
Eine winzige 90er-SonnenbrilleDeine schmalste Sonnenbrille
Eine kurze StrickjackeEine kleine, figurnahe Strickjacke oder Zipjacke über einem Tanktop

In der rechten Spalte steht nur ganz normale Kleidung, die du eine Spur zu groß und eine Spur zu lässig trägst. Normale Kleidung hast du. Die Lässigkeit gibt’s gratis dazu.

Drei komplette 90er-Looks aus einem normalen Kleiderschrank

Jeder Look unten nutzt zwei oder drei der fünf Signale und lässt eins davon die Hauptrolle spielen. Packst du mehr drauf, landest du wieder beim Kostüm.

Look 1: Slipdress mit T-Shirt

Signale: Slipdress, Minimalismus, Combat Boots.

  • Ein Slipdress oder Kleid mit dünnen Trägern in Schwarz, Marineblau, Grau oder einem gedeckten Neutralton
  • Ein figurnahes weißes oder graues T-Shirt darunter
  • Schwarze Schnürstiefel oder klobige Sneaker
  • Eine dünne Kette und eine kleine, schmale Sonnenbrille

Das T-Shirt ist das Detail, das die meisten weglassen, und genau das sorgt dafür, dass es nicht einfach nur ein schönes Kleid ist.

Look 2: Flanellhemd und weite Jeans (Herrenmode)

Signale: Oversize-Flanellhemd, weite Jeans, klobige Schuhe.

  • Ein Oversize-Flanellhemd oder Karohemd, offen getragen
  • Ein schlichtes weißes oder graues T-Shirt oder ein Bandshirt, das du schon hast
  • Weite oder gerade Jeans in heller oder mittlerer Waschung, Saum auf dem Schuh gestaucht
  • Klobige Sneaker oder schwarze Boots
  • Optional: ein Thermo-Longsleeve unter dem T-Shirt, eine kleine rechteckige Sonnenbrille

Lieber die minimalistische Variante? Nimm ein kastiges schwarzes T-Shirt, eine weite graue Hose, klobige weiße Sneaker und eine dünne Kette. Dasselbe Jahrzehnt, nur die andere Hälfte davon.

Look 3: Ganz in Schwarz mit Slip-Rock

Signale: Minimalismus, Slip-Rock, Combat Boots.

  • Ein schwarzes Tanktop oder ein figurnahes schwarzes T-Shirt
  • Ein seidiger Slip-Rock oder eine gerade schwarze Hose, wenn Röcke nicht dein Ding sind
  • Ein langer dunkler Mantel oder ein kastiger, unstrukturierter Blazer
  • Schwarze Schnürstiefel
  • Kleine silberne Creolen

Der Look lebt davon, dass Farbe fehlt. Wenn es sich fast zu schlicht anfühlt, heißt das meistens, dass es funktioniert.

Wo es oft schiefgeht

Alle Signale auf einmal. Choker, Fischerhut, Plateaustiefel, ein Smiley-T-Shirt und ein Flanellhemd, alles zugleich. Das ist die komplette 90er-Abteilung eines Kostümladens, getragen von einer einzigen Person. Komplimente bekommt die Version mit zwei oder drei Signalen auf einem sonst schlichten Outfit, von denen eines den Ton angibt.

Zu ordentlich. 90er-Kleidung hängt locker und wirkt ein bisschen unperfekt. Alles gebügelt, figurnah und perfekt aufeinander abgestimmt, das sieht nach heute aus. Lass etwas aus der Hose hängen. Nimm eine Nummer größer. Lass das Flanellhemd offen.

Aus Versehen das falsche Jahrzehnt. Breite Schultern, eine gegürtete Taille und knallige Farben rutschen in die 80er. Schlaghosen, erdige Brauntöne und große Kragen rutschen in die 70er (falls du eigentlich auf eine 70er-Party gehst, lies, wie du dich mit normaler Kleidung im 70er-Stil anziehst). Low-Rise-Jeans mit einem winzigen Glitzertop rutschen in die frühen 2000er. Die 90er sind locker, gedeckt und ein bisschen nachlässig.

Haare und Make-up. Die lasse ich absichtlich weg. Dafür bräuchte es einen eigenen Beitrag, und die Kleidung bringt das Jahrzehnt auch ohne sie rüber.

So geht’s mit Clottr

Vielleicht hast du schon eine Vorlage: ein Standbild aus einem 90er-Film, ein Foto einer Grunge-Band, einen Pinterest-Pin von jemandem in Slipdress und Boots. Füg sie in Muse ein. Genau dafür haben wir Muse gebaut.

Muse erfasst Farbe, Silhouette und Formalität des Fotos und baut den Look aus der Kleidung in deinem Clottr-Kleiderschrank nach. Die Personen und Marken auf dem Bild spielen dabei keine Rolle. Muse geht es um die Stimmung, nicht um genau dieses Flanellhemd.

Clottr Muse fragt, ob ein Straßenfoto aus den 90ern (drei Freundinnen in schwarzen Oberteilen, mit einem rosa Faltenrock und Springerstiefeln) aus deinem eigenen Kleiderschrank nachgebaut werden soll, mit dem Button „Rebuild my look“

Dann siehst du das Ergebnis an dir. Die virtuelle Anprobe rendert das Outfit auf deinem eigenen Ganzkörperfoto (ein Selfie, frontal zur Kamera, vor einer schlichten Wand). So erkennst du, ob Karohemd, Jeans und Boots zusammen nach 90ern aussehen oder nach drei Teilen, die nichts miteinander zu tun haben. Sonnenbrille und Ohrringe werden auf demselben Foto gerendert, so kannst du sie zusammen mit dem restlichen Outfit beurteilen.

Ein Muse-Look mit dem Titel „Preppy Date Night“ (weißes Hemd, braun karierter Faltenrock, Loafer und eine bordeauxrote Tasche), mit der virtuellen Anprobe auf dem eigenen Foto gerendert, auf einer von Zypressen gesäumten Straße bei Sonnenuntergang

Das ist ein Preppy-Look fürs Date, kein 90er-Look. Der Ablauf ist aber derselbe.

Fehlt etwas? Muse markiert die Lücke. Bei einem 90er-Look sind das vielleicht die Boots, und das erfährst du lieber mitten in der Woche als am Partyabend um 20 Uhr.

Was Muse nicht kann: Weil Muse mit deinem Kleiderschrank arbeitet, wird aus einer Stange Bürohemden nicht von allein 1994. Muse bringt dich so nah heran, wie dein Kleiderschrank es zulässt, und sagt dir ehrlich, wenn etwas nur mit viel gutem Willen passt. Die Anprobe ist dafür da, den Look zu beurteilen: Farbe, Stil und Proportionen an deinem Körper. Welche Größe du kaufen solltest, wie ein Teil sitzen wird oder wie die Fassung genau auf deinem Gesicht sitzt und wie groß sie dort wirklich ist, sagt sie dir nicht.

Clottr erscheint bald für iOS und Android. Trag dich in die Warteliste ein, um Early Access zu bekommen.

Häufige Fragen

Was ziehe ich mit normaler Kleidung zu einer 90er-Party an?

Trag ein Oversize-Flanellhemd offen über einem schlichten T-Shirt, dazu deine weiteste helle Jeans und klobige Sneaker oder Boots. Oder minimalistisch: ein Slipdress über einem figurnahen weißen T-Shirt, dazu schwarze Boots. Beschränk dich auf zwei oder drei 90er-Signale und lass den Rest ganz normal.

Wie kann ich mich im 90er-Stil anziehen, ohne etwas zu kaufen?

Tausch jedes Kostümteil gegen etwas, das du schon besitzt: irgendein Kleid mit dünnen Trägern über einem T-Shirt statt eines Slipdresses aus Satin, irgendein großes kariertes Hemd statt eines Vintage-Flanellhemds, deine weiteste Jeans statt Vintage-Denim und deine klobigsten Schuhe. Die Tabelle oben zeigt acht solcher Alternativen.

Was kann ein Mann zu einer 90er-Party anziehen?

Ein Oversize-Flanellhemd oder Karohemd, offen über einem schlichten T-Shirt oder Bandshirt, dazu eine weite oder gerade helle Jeans mit gestauchtem Saum und klobige Sneaker oder schwarze Boots. Für die minimalistische Variante trägst du ein kastiges schwarzes T-Shirt, eine weite graue Hose, klobige weiße Sneaker und eine kleine rechteckige Sonnenbrille.

Sind die 90er Grunge oder Minimalismus?

Beides. Die frühen 90er tendierten zum Grunge (Flanellhemden, Bandshirts, weite Jeans, Boots), die späten 90er zum Minimalismus (Slipdresses, Schwarz, Weiß und Grau, klare Linien), mit vielen Überschneidungen. Lass auf einer Party eine Seite die Hauptrolle spielen, oder trag ein Slipdress mit Flanellhemd und Boots. Viel mehr 90er geht kaum.

Welche Accessoires stehen für die 90er?

Eine kleine, schmale Sonnenbrille mit ovaler oder rechteckiger Fassung ist das einfachste 90er-Accessoire. Danach kommen eine dünne Silberkette, kleine Creolen, ein schmaler Gürtel oder eine schlichte Baseballcap. Such dir eins oder zwei aus. Choker, Fischerhut und winzige Sonnenbrille zusammen sehen schnell nach Kostüm aus.

Bau jeden Look mit dem nach, was du hast: Mach einen Screenshot von dem 90er-Look, zu dem du immer wieder zurückkehrst, füg ihn in Muse ein und lass Muse ihn aus deinem eigenen Kleiderschrank zusammenstellen.


Lieber ein anderes Jahrzehnt? Der Überblick der Serie: jedes Jahrzehnt aus dem eigenen Kleiderschrank erklärt die Methode, und der Beitrag 80er-Outfit mit normaler Kleidung nimmt sich das Jahrzehnt davor vor. Wenn du einen Look vorher auf deinem eigenen Foto prüfen willst, erfährst du hier, wie die virtuelle Anprobe funktioniert.

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